24.07.2026 – Bernd Quitzow – Team CAR special – Einzelzeitfahren Nürburgring
Renndistanz:
Höhenmeter:
Gesamtwertung:
Altersklasse:
Zeit:
Geschwindigkeit:
22 Kilometer
534 Höhenmeter
-----
1. Platz
00:39:45 Minuten
32,91 km/h im Schnitt
Radrennen - Kurzbericht
Einzelzeitfahren – Rad am Ring – Nordschleife
Zur Zeit bereite ich mich auf die UCI Weltmeisterschaften im Einzelzeitfahren vor, die in diesem Jahr in Niseko / Japan stattfinden.
Naja…, was heist zur Zeit…., eigentlich habe ich die Weltmeisterschaften im Einzelzeitfahren in Japan schon seit mehr als 3 Jahren in meinem Kalender stehen.
Aber speziell in diesem Jahr versuche ich im Vorfeld so oft wie möglich bei einem Zeitfahren an den Start zu gehen, um mein Material und natürlich meine Form zu testen und wenn möglich immer noch auf ein besseres Level zu bringen….
In erster Linie versuche ich natürlich Gesund zu bleiben und mich nicht zu verletzen…
Das dieses nicht immer so einfach ist, hatte ich schmerzlich Erfahren, als ich mir 4 Tage vor meinen 3 Rennen in Ungarn, beim Krafttraining eine Muskelentzündung am unteren Rücken zugezogen hatte.
Mein ,, WUNDERHEILER ,, Reza aus Bergheim, konnte mir zum Glück im letzten Moment durch seine außergewöhnlichen Fähigkeiten als Physiotherapeut, Linderung verschaffen…
Aber es hätte auch Schief gehen können und ich hätte die Rennen in Ungarn absagen müssen…
Also auf zum nächsten Abenteuer….
Heute hatte ich dann meinen Start bei ,, Rad am Ring ,, auf der Nordschleife…
Eine sogenannte ,, Hass-Liebe ,,…!!!
Es handelt sich dabei um ein 22 Kilometer langes Einzelzeitfahren mit über 500 Höhenmeter und mit Steigungen von über 17 %.
Ich hatte in den letzten Jahren schon an vielen Rennen am Nürburgring teilgenommen und immer war es mit vielen Schmerzen verbunden und immer hatte ich mir nach dem Rennen geschworen…:
Das war heute wirklich das letzte Mal gewesen….!!!
Tja…, was soll ich sagen…., es ist Freitag der 24.07.2026 und ich bin gerade mit meiner Partnerin Francesca wieder am Nürburgring…. ( smile )
2022 konnte ich auf dem Nürburgring das Straßenrennen gewinnen….
2025 holte ich mir den Sieg im Gravel – Schotterrennen…
Was mir fehlte, war der Sieg im Einzelzeitfahren und den wollte ich mir heute holen.
Aus dem Jahr 2024 hatte ich noch sehr schlechte Erinnerungen an das Einzelzeitfahren.
An dem Tag reichte es nur für einen 6. Platz und ich war sehr, sehr endtäuscht gewesen…!!!
Ich bin damals das Rennen viel zu schnell angegangen und hatte mich damit selber ins Aus geschossen.
Aber manchmal lernt man ja aus solchen Fehlern….
Mein Start war Heute um 20:31:40 Uhr…
Nach dem umfänglichen Aufwärmen ging es zur Startrampe, wo die Athleten ab 20:00 Uhr, im 20 Sekunden Takt auf die Nordschleife fuhren.
Es ist ein wirklich schweres Einzelzeitfahren mit sehr steilen Anstiegen und kurvigen Abfahrten, wo schnell Geschwindigkeiten von über 90 km/h erreicht werden.
Für dieses Zeitfahren hatte ich mir extra ein sehr leichtes Zeitfahrrad von der Firma ,, Zwei Rad Meister ,, aus Erftstadt Liblar aufbauen lassen.
Der Inhaber Xaver Schirmer, machte wie immer einen tollen Job und wir hatten zum Schluss ein Zeitfahrrad mit einem Komplett- Gewicht von nur 7,2 kg, was in diesem Segment wirklich leicht ist.
Der Start funktionierte perfekt und schnell hatte ich über 50 km/h auf dem Computer…
1 Minute vor mir startete Andreas Lentfort vom Sauerland-Team, der im letzten Jahr den 2. Platz beim Zeitfahren erzielte.
Wenn ich also Andreas einhole, dann wäre ich auf jeden Fall auf Podiums- Kurs.
Ich fuhr schnell und zwar runter, wie auch rauf.
Die knackigen Anstiege hämmerte ich wirklich hoch, weil ich es zu diesem Zeitpunkt auch einfach konnte.
Dann…, nach nur 3, oder 4 Kilometern sah ich Andreas….
Wow…, das hätte ich nicht gedacht….
Vor uns kam ein längeres Bergauf Stück und ich versuchte Andreas aufzufahren, was im nachhinein nicht die richtige Entscheidung gewesen ist…
Kurz vor der Kuppe war ich bis auf rund 5 Meter auf Andreas ran gekommen und dann war mein Tank leer gewesen….!!!
Oh Mann…., wie dumm muss man sein…..
Ich bin schon wieder viel zu schnell ins Rennen gegangen und habe damit meine gute Platzierung, oder vielleicht sogar den Sieg aufs Spiel gesetzt.
Nach der Kuppe ging es weiter leicht bergan und ich konnte mein Tempo nicht mehr halten.
Ganz im Gegenteil…
Ich sah wie Andreas Meter für Meter wegfuhr und ich war nicht mehr in der Lage Gegenzuhalten.
Das blöde war gewesen, das es jetzt noch über 12 Kilometer Bergauf ging.
Ich konnte nur noch eins machen…. ,, etwas rausnehmen, etwas erholen und dann Stück für Stück wieder Fahrt aufzunehmen… ,,
In solchen Momenten entscheidet sich ein Rennen wohl nur noch im Kopf…!!!
Mein Kopf war in dem Moment noch nicht bereit aufzugeben und ich konnte mich wirklich aufrappeln.
Aber es hatte sich schrecklich angefühlt und ich fuhr wirklich die ganze Zeit weit über dem Limit was eigentlich geht und sowas macht wirklich keinen Spaß mehr.
Andreas konnte ich nicht mehr einholen und als es für mich über die Ziellinie ging, war ich auch absolut davon überzeugt, das es heute zum Sieg schon wieder nicht gereicht hat.
Nach dem ich noch die Grand Prix Strecke umrundet hatte um dann wieder zum Start / Ziel Bereich zu gelangen, sah ich auch schon Francesca auf mich zukommen…
,, Ich hab’s schon wieder verhauen… ,, lauteten meine Worte und Francesca meine nur ,, Warum…??? ,,
Ich war noch etwas durcheinander und mir fehlte wohl noch etwas an Sauerstoff, denn ich hatte nicht gewusst was Sie meinte….
Angeblich würde ich anhand der Live – Ergebnisse im Moment der schnellste sein…
Wow…., sollte es wirklich noch gereicht haben….
Wir warteten noch ab bis alle im Ziel gewesen sind und schauten dann auf die Ergebnisse….!!!
Bäääämmmmmm…..!!!
Bernd Quitzow – Deutschland – 1. Platz
Andreas Lentfort – Deutschland – 2. Platz
Werner Glauninger – Österreich – 3. Platz
Mit knappen 18 Sekunden konnte ich mir doch noch den Sieg im Einzelzeitfahren am Nürburgring auf der Nordschleife holen….
Ich war überglücklich und habe mir aber trotzdem geschworen…. ,, Hier werde ich nicht mehr starten….!!! ,,
Diese Schmerzen möchte ich nicht ein weiteres Mal erleben…
Es ist einfach überhaupt kein Kurs für mich und ich hasse die Nordschleife…., auch wenn ich sie ja irgendwie auch liebe…
Jetzt versuche ich meinen Sie noch etwas zu genießen und dann geht es am kommenden Mittwoch schon weiter zum nächsten Rennen…
