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Bernd Quitzow – Team CAR special – King of the Lake – 47,2 km Zeitfahren Österreich – Attersee

Renndistanz:
Höhenmeter:
Gesamtwertung:
Altersklasse:
Zeit:
Geschwindigkeit:

47,2 Kilometer
380 Höhenmeter
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1. Platz
01:04:11 Stunden
44,19 km/h im Schnitt



Radrennen - Kurzbericht

 

Das spektakuläre ,, King of the Lake ,, Einzelzeitfahren um den Attersee in Österreich…

Schon vor einigen Jahren hatte ich immer wieder von diesem unglaublichen Einzelzeitfahren in Österreich gehört, aber bis Dato hatte ich noch nie den Gedanken gehabt, dort einmal selber an den Start zu gehen.
Das hatte sich Anfang des Jahres geändert, als Jens Eichner…, mit dem ich in diesem Jahr schon viele Rennen zusammen gefahren bin, mir nahe legte, ich sollte doch bei diesem Rennen an den Start gehen.
Er war der Meinung ich hätte da durchaus die Chance auf das Podium…
Dazu hat mir bei dieser Veranstaltung sehr gefallen, das nach den Richtlinien des österreichischen Anti-Dopinggesetzes, auch Anti-Doping Kontrollen durchgeführt werden…!!!
Das ist absolut vorbildlich und wird leider gerade in der Amateur Radsport Szene viel zu selten angewendet.

Ok…, habe ich mir gedacht, dann mache ich da mal mit…
Aber bei dem größten Einzelzeitfahren in Europa, kann man sich nicht einfach anmelden, sondern man muss sich registrieren und dann werden die rund 1700 Startplätze verlost….
Verrückt…!!!
Aber gut…, ich hatte mich dann registriert und nach einigen Wochen erhielt ich die Nachricht vom Veranstalter… ,, Bernd Quitzow…, Du hast einen Startplatz beim ,, King of the Lake ,, ( auch kurz ,, Kotl ,, genannt )

Wow…, das hatte mich echt gefreut und ab diesem Zeitpunkt hatte ich mich mit dem Profil und auch der Länge des Rennens zum ersten Mal richtig auseinandergesetzt.
Es ist einfach unglaublich was man hier in Österreich auf die Beine gestellt hat.
Ein 47,2 Kilometer langes Einzelzeitfahren, welches den Attersee einmal komplett umrundet.
Der ganze See ist für diesen, einen Tag komplett abgesperrt….
Ein wirklich einzigartiges Spektakel und ich bin dabei…
Mit Jens Eichner hatte ich Jemanden an meiner Seite, der dieses Rennen bereits 6 Mal bestritten hatte und mir den Rennkurs perfekt beschreiben konnte und mir auch die einzelnen Anstiege gezeigt hatte und auch auf tückische Kurven hingewiesen hatte…
Für den Renntag war ich also sehr gut vorbereitet und meine Motivation hat mir selber Angst gemacht…!!!
Von Anfang an hatte ich aber nur einen einzigen Gedanken…, ich wollte das Rennen mit einem Schnitt von über 44 km/h absolvieren….!!!
Es war heute die 16. Auflage von dem ,, King of the Lake ,, und bis heute konnte in meiner Age-Group Klasse noch nie ein Fahrer das Rennen mit einem Schnitt von über 44 km/h bestreiten.
Das war dann schlichtweg meine Motivation…!!!
Im Vorfeld bin ich mit Jens Eichner den See einige Male abgefahren und habe mir entsprechende Notizen gemacht und auch die Zeiten aus den letzten Jahren verglichen.
Viele Fahrer die hier bereits gewonnen hatten, oder auch das Podium erreicht hatten waren mir bekannt gewesen, und deshalb hatte ich mir errechnet, das ich es durchaus schaffen könnte, die Strecke mit einem 44er Schnitt zu fahren…

Dann kam der große Tag…
Bei besten Wetterbedingungen wurde das Rennen am Samstag den 26.09.2026 direkt am See in Schörfling gestartet.
Ich war nervös, verdammt nervös….!!!
Das Aufwärmen auf der stationären Rolle, hatte sich leider nicht so richtig gut angefühlt, aber aus Erfahrung weiß ich, das muss nicht imer etwas schlechtes bedeuten…
Dann fuhr ich zum Start…, bzw., versuchte es…
Die Strecke war ja bereits abgesperrt und so musste ich mir den Weg zum Start über schmale Bürgersteige suchen.
Kurz vor der Startrampe wurde es dann richtig voll….!!!
Durch die Rekordteilnahme von über 1700 Starter, musste der Veranstalter die Starter im 12 Sekunden- Takt auf die Strecke schicken.
Ich dachte zuerst…, das kann ja nur Chaos auf der Strecke geben, aber es war tatsächlich ganz anders gewesen.
Als ich endlich an der Reihe war und von der Startrampe fuhr, machte ich den ersten Kilometer wirklich ganz locker, um anschließend das Tempo Stück für Stück zu erhöhen.
Innerhalb von ein paar Kilometern hatte ich bereits so viele überholt, das es jetzt schon größere Lücken zum nächsten Fahrer gegeben hat und ich immer genug Platz hatte, wenn ich wieder andere Fahrer überholen musste.
Es lief gut…, sehr gut sogar und im Gegensatz zum Aufwärmen, hat sich jetzt alles perfekt angefühlt und ich war wie in Trance….
Solche Tage sind einfach der Hammer und sie fühlen sich soooo gut an…
Ich konnte einfach immer weiter maschieren und mein Tempo richtig hoch halten.
Nach rund der Hälfte der Strecke, kamen jetzt die etwas längeren Anstiege im Rennen und man musste aufpassen, das man die Anstiege nicht zu schnell fuhr, aber man durfte natürlich auch nicht zu langsam fahren.
Aber an solchen Tagen…, wo man das Gefühl hat zu fliegen, dann hat man meistens auch das richtige Feeling um nicht zu hart zu fahren…
Die letzten Kilometer hatten immer wieder kurze und teilweise recht knackiege Anstiege und dazu auch noch einige Richtungswechsel zu bieten.
Ab Kilometer 40 merkte ich dann schon das ich dieses Tempo nicht mehr ewig fahren könnte…
Es hat weh getan und ich zählte jeden Kilometer runter…
Dann ging es nach Schörfling rein und im Ort scharf rechts zum Ziel…
Noch einmal alles mobilisieren was geht und dann war es geschafft und ich war es auch…
Ich brauchte einige Minuten um wieder normal Luft zu bekommen, aber es hatte sich anderes angefühlt als bei meinen anderen Rennen.
Meine Beine und vor allem meine Gesäßmuskulatur haben nicht geschmerzt…, sie haben gebrannt….!!!
Ich konnte kaum gehen, solche Schmerzen hatte ich gehabt…
Nach einiger Zeit machte ich mich dann wieder auf dem Weg zum Auto, wo sich Jens noch am Aufwärmen gewesen ist, da er wesentlich später startete als ich.
Meine Beine und meine Gesäßmuskelatur waren immer noch total am Ende und ich war es auch…
Unglaublich wie Tief ich heute bei diesem Rennen gegangen bin…
Ganz egal wie das Rennen jetzt ausgeht…, ich bin einen über 44er Schnitt gefahren und das ist bis Dato noch nie einem in meiner Klasse gelungen….!!!
Jetzt musste ich nur noch schauen ob es denn auch dabei bleibt…

Also warten und zwar sehr, sehr lange….!!!
Der letzte Starter aus meiner Gruppe ging erst 2,5 Stunden später auf die Strecke dann dauerte es ja auch über eine Stunde bis er ins Ziel kommen würde.
Ich wartete also und aktualisierte immer wieder die Live Ergebnisse.
Lange stand ich bei den Ergebnissen auf dem ersten Platz und immer wieder kamen Fahrer ins Ziel, aber sie waren nicht schneller gewesen…

Aber dann war es soweit gewesen….
Der letzte Fahrer erreichte das Ziel und die Live Ergebnisse zeigten meinen Namen immer noch auf dem ersten Platz…
Wow…, ich hatte das Ding wirklich abgeschossen…
Ich war so happy und so stolz gewesen und konnte es wirklich nicht glauben.
Beim ersten Anlauf habe ich den ,, King of the Lake ,, gewonnen und dazu noch mit einem neuen Streckenrekord in meiner Klasse…

Es ist im Moment gar nicht so einfach die aktuellen Leistungen und Siege, so richtig zu verarbeiten, bzw., zu genießen, da im gleichen Moment schon das nächste Event in meinem Kopf am Arbeiten ist.
Selbst auf dem Weg zum Podium hatte ich schon an die Europameisterschaften gedacht, die nur eine Woche später in Varese – Italien stattfinden und für die ich mich im Vorfeld qualifiziert hatte.
Zur Zeit geht alles sehr, sehr schnell und ich kann es manchmal selber nicht glauben, wie gut es diese Saison für mich läuft…

Mit meinem Kumpel Jens habe ich noch ein bisschen gefeiert und am nächsten Morgen ging es für mich wieder mit dem Auto nach Hause, da ich am Montag schon wieder in der Firma sein musste, um dann drei Tage später mit dem Auto wieder nach Italien zu fahren…

Dazwischen hatte ich dann noch drei Tage mit hochintensiven Trainingseinheiten, bevor es dann am Donnerstag nach Italien zu den Europameisterschaften im Einzelzeitfahren geht…

Den Kurs in Varese kenne ich aus der Vergangenheit sehr gut und in der aktuellen Form bin ich davon überzeugt, einen Podiumsplatz zu erreichen…

 

 

 

 

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