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Bernd Quitzow – Team CAR special – UEC Europameisterschaft -Time Trial – Varese Italien

Renndistanz:
Höhenmeter:
Gesamtwertung:
Altersklasse:
Zeit:
Geschwindigkeit:

21,8 Kilometer
220 Höhenmeter
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4. Platz
00:32:24 Minuten
40,73 km/h im Schnitt



Radrennen - Kurzbericht

 

UEC – Europameisterschaft – Time Trial – Varese Italien

Endlich war es soweit….
Die Europameisterschaften im Einzelzeitfahren in Varese – Italien.
Praktisch ein Heimrennen für mich….!!!
Auf der gleichen Strecke findet bereits seit vielen Jahren der ,, Tre Valli Varesine ,, statt, ein Rennen der UCI Gran Fondo World Series, mit dem man sich auch für die UCI Weltmeisterschaft qualifizieren kann.
Dreimal stand ich hier in der Vergangenheit am Start…, dreimal habe ich das Rennen gewonnen…
Ein 22 Kilometer Rennkurs, der nicht ganz ohne ist und einige Richtungswechsel beinhaltet.
Manche finden den Kurs unangenehm und schwer…
Ich liebe ihn…. ( smile )

Nach den letzten drei Rennen, die ich in den letzten drei Wochen absolviert hatte und alle mit einem Sieg beendet hatte, befand ich mich auf einem echten Höhenflug…
Der spektakuläre Sieg am Attersee, eine Woche zuvor, den ich dann auch noch mit Streckenrekord in meiner Klasse gewonnen hatte, zeigte mir natürlich das ich mich aktuell in absoluter Höchstform befinde.
Es war zwar in den letzten Wochen aber auch nicht immer einfach gewesen, meinen Beruf und den Sport und das damit verbundene Training unter einen Hut zu bringen.
Aktuell ist mein Bruder aus gesundheitlichen Gründen nicht in der Firma und ich leite das Geschäft alleine, wobei meine Schwester zum Glück eine große Hilfe ist, ohne die ich wohl aktuell die Rennen überhaupt nicht bestreiten könnte.
Somit verbringe ich in letzter Zeit auch viele Stunden im Auto…
Rennen in Bayern am 13.09.2026, mit dem Auto am Samstagmorgen hin und am nächsten Morgen wieder zurück…
Montag, Dienstag und Mittwoch, wird vor und nach der Arbeit trainiert und am Donnerstag saß ich wieder im Auto Richtung Österreich zum Attersee…
Samstag Rennen gefahren, Sonntag wieder zurück um Montag wieder in der Firma zu sein…
Montag, Dienstag und Mittwoch, wurde dann wieder vor und nach der Arbeit trainiert und am Donnerstag saß ich schon wieder im Auto Richtung Italien, um dort an den Europameisterschaften teilzunehmen…

War es in den letzten Monaten stressig….???
Ja…, war es…, aber dank meiner Schwester habe ich es trotzdem geschafft an meinen geplanten Rennen teilzunehmen…
Auch meine Partnerin Francesca hatte es nicht einfach mit mir, denn irgendwie fand ich außerhalb von Beruf und Sport, nur noch wenig Zeit für sie.

Das einfachste und vernünftigste wäre gewesen, die Saison vorzeitig zu beenden und warten bis mein Bruder wieder im Geschäft ist und wir die Firma wieder als Team leiten können.
Aber man bereitet sich für diese Wettkämpfe ja nicht einfach mal so vor, es dauert Jahre bis man dann eventuell überhaupt mal eine entsprechende Form erreicht…
Und bei mir war die Form da…., besser denn je und diese wollte und konnte ich jetzt nicht einfach so hinter mir lassen…

Also auf nach Varese zu den Europameisterschaften im Einzelzeitfahren…
Trotz der ganzen Hektik und der unzähligen Autobahn- Kilometer der letzten Wochen fühlte ich mich phantastisch und stark.
Dieses Mal war auch Francesca wieder mit dabei gewesen, was mir natürlich nochmal zusätzliche Motivation gegeben hatte

Dann war es endlich soweit…!!!
Am Samstag den 03.10.2026 sollten über 500 Athleten zur Europameisterschaft im Einzelzeitfahren an den Start gehen.
Bereits 2 Wochen vor der Veranstaltung, wurde bekanntgegeben, das keine weiteren Starter mehr angenommen werden können.
Das Rennen war am Rande der Kapazitäten angelangt und somit gab es auf der Webseite ein ,, SOLD OUT ,, zu lesen…
Ich war nervös und musste mich beim Frühstück dazu zwingen etwas zu essen…
Mein Start war um 13:20:30 und eine Stunde vorher fing ich mit meinem Aufwärmprogramm an.
Alles passte hervorragend…., das Wetter, das Aufwärmen und meine Motivation war an ihrem Höhepunkt angekommen.
Endlich ging es auf die Strecke….
Direkt von Anfang an ging ich das Rennen schnell an und war direkt über 50 km/h.
Dann folgten einige winklige Richtungsänderungen, bevor dann noch zwei große Kreisverkehre zu umfahren waren, ab dann ging es stetig leicht bergan.
Was jetzt folgte kann ich mir bis heute nicht so richtig erklären….
Ich bekam einfach keinen richtigen Druck aufs Pedal und es fühlte sich nicht schnell und auch nicht rund an.
Plötzlich hatte ich richtig Panik gehabt, weil ich einfach nicht vorwärts kam.
Längst hätte ich schon den 30 Sekunden vor mir gestarteten Italiener einholen müssen, aber ich hatte ihn noch nicht einmal gesehen.
Nach rund der Hälfte der Strecke, gab es den Wendepunkt.
Ab hier ging es nicht wirklich bergab, aber es gab immer wieder leichtes Gefälle…
Ich versuchte alles was ging und bin in den Kurven noch nie so schnell gefahren wie heute.
Dann fuhr ich auf den Italiener und auch auf den Norweger auf, die 30 Sekunden, bzw., 1 Minute vor mir gestartet waren, aber in meinen Augen viel zu spät.
Ich erreichte das Ziel und ich wusste das diese Zeit nicht für ein Podium reichen würde…
Es war mit großem Abstand, die schlechteste Zeit die ich hier bisher gefahren bin.
Ich war am Boden zerstört…!!!
Nach dem Zieleinlauf stütze ich mich einfach nur über mein Zeitfahrrad und fragte mich, was da gerade passiert ist.
Das sollte heute doch eine Triumpf- Fahrt werden…
Es war einfach unglaublich…, aber es war einfach ein Rabenschwarzer Tag gewesen.
In meinem Motor fehlten einfach zwei Zylinder…
Ich konnte es mir nicht erklären…

In der Ergebnisliste tauchte mein Name dann erst an 4. Stelle auf….
Was aber noch viel schlimmer gewesen ist, war die Tatsache, dass ich alle die vor mir gewesen sind, eine Woche zuvor schon geschlagen hatte und zwar deutlich…
Auf den Europameister MAURIZIO SACCHET aus Italien, hatte ich heute einen Rückstand von unglaublichen 77 Sekunden… ( vor einer Woche hatte ich ihn noch um 33 Sekunden geschlagen )
Auf den zweitplatzierten REMO POMA aus der Schweiz, hatte ich heute einen Rückstand von 22 Sekunden… ( im letzten Jahr hatte ich ihn auf der gleichen Strecke noch um 53 Sekunden geschlagen )
Und auf den drittplatzierten DIETER GRATZ aus Österreich, hatte ich heute einen Rückstand von 18 Sekunden… ( letzte Woche beim Rennen in Österreich, hatte ich auf Dieter noch einen Vorsprung von 1 Minute und 22 Sekunden rausgefahren )

Ich war einfach nur endtäuscht gewesen, das ich ausgerechnet heute einen so schlechten Tag erwischen musste…
Das ganze Jahr konnte ich eine sehr konstante Leistung abrufen und selbst wenn es mal nicht ganz super gelaufen ist, so konnte ich meistens trotzdem das Rennen mit einem Sieg entscheiden.
Aber heute war alles anderes…

Im nahhinein war es vielleicht doch alles etwas viel gewesen und mein Körper wollte einfach nicht mehr…
Vielleicht hatte das Rennen am Attersee so viel Energie gekostet, das ich mich davon noch nicht ganz erholt hatte…
Ich weiß es nicht…

 

Jetzt werde ich mich erst einmal etwas sammeln und schauen ob ich so meine Saison beenden möchte, oder ob ich jetzt meinem Körper und auch meinem Geist mal die Möglichkeit gebe, all die wunderschönen Dinge aus der laufenden Saison zu verarbeiten und natürlich auch die weniger schönen Dinge…

 

 

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